Bucerius Center on the Legal Profession

Studien, Analysen & Veröffentlichungen

Das Bucerius Center on the Legal Profession (Bucerius CLP) forscht an den Schnittstellen zwischen Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, der Organisationspsychologie und der Rechtswissenschaft, um die für die Praxis relevanten Themen zu beleuchten.

Im Vordergrund stehen insbesondere die Themenbereiche:

  • Management- und Führung in wirtschaftsberatenden Kanzleien und Rechtsabteilungen
  • Entwicklung des Rechtsmarktes unter Einbezug des regulatorischen Umfeldes
  • Unternehmensführung und Recht („Legal Management“)

Studien

Legal Operations: Getting More from In-House Legal Departments and Their Outside Counsel

Bucerius Law School und Boston Consulting Group legen neue Untersuchung zu Innovation in Rechtsabteilungen vor.

Rechtsabteilungen sehen sich aktuell mit einer Vielzahl an neuen Herausforderungen konfrontiert. Komplexität und Menge der zu bearbeitenden Rechtsfragen steigen stetig, während die Budgets der Rechtsabteilungen weiter schrumpfen. Immer mehr Unternehmen richten Legal Operations-Teams ein, um diese Herausforderungen zu meistern und die Effizienz ihrer Rechtsabteilung zu verbessern. Dazu bedienen sie sich vielfältiger Methoden der Prozessoptimierung.

Eine neue Studie von Boston Consulting Group und Bucerius Law School beleuchtet theoretische Grundlagen und praktische Umsetzungen dieses Ansatzes. Hierzu haben die Projektpartner fast 50 Pioniere des Gebiets befragt und alle bisherigen Untersuchungen ausgewertet.

Dabei haben sie systematisiert, welche Tätigkeitsfelder typisch für Legal Operations-Abteilungen sind, welche Ansatzpunkte Legal Operations findet, um Rechtsabteilungen effizienter zu machen – aber auch, welche messbaren Auswirkungen der Einsatz von Legal Operations in Rechtsabteilungen hat. Außerdem gehen sie darauf ein, wie eine erfolgreiche Implementierung von Legal Operations in einem Unternehmen funktionieren kann und welche institutionellen Hindernisse ihr entgegenstehen können. Schließlich beschreiben die Autoren, welche Folgen diese Entwicklung für die externen Berater der Unternehmen in Kanzleien und bei alternativen Anbietern hat. Fallstudien zu Unternehmen und Kanzleien aus unterschiedlichen Branchen in den USA und in Deutschland runden das Bild ab.
"Legal Operations und das Verständnis davon werden immer wichtiger. Es handelt sich um ein sehr spannendes Thema, für das sich Juristen heutzutage aufgeschlossen zeigen müssen, um auch künftig auf dem Rechtsmarkt bestehen zu können", sagte Christian Veith, Senior Partner und Managing Director bei der Boston Consulting Group am 22.11.2018 bei der Vorstellung der Ergebnisse der Studie an der Bucerius Law School.

Die vollständige Studie "Legal Operations: Getting More from In-House Departments and Their Outside Counsel" finden Sie hier.


HR Benchmark-Studie

2017 führte das Bucerius Center on the Legal Profession eine Benchmark Studie unter Deutschlands wichtigsten Kanzleien durch. Die Studie untersuchte Fragen zu HR-Managementthemen wie Talent Management & Recruitment, Training & Development und HR Leistungsbewertung sowie HR-Strategie und Struktur.

Bei dem Projekt handelte es sich um eine rein interne Studie, die Ergebnisse wurden nur den Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Um die Anonymität der Teilnehmer zu wahren, wird die Studie nicht extern veröffentlicht.

Einige allgemeine Erkenntnisse aus der Studie wurden für den Artikel „Driver or Administrator: HR's impact on law firm success and how to measure it“ verwendet.

How Legal Technology Will Change the Business of Law

Legal Technology zwingt Kanzleien zu neuen Geschäftsmodellen - Für Juristen werden IT-Kompetenzen immer wichtiger

Das Datenvolumen in der Rechtsberatung steigt stetig an. Deswegen wird in Zukunft die Fähigkeit, rechtliche Daten abzubilden, zu analysieren und zu interpretieren, entscheidend für den Erfolg von Anwaltskanzleien sein. Computerprogramme können künftig 30 bis 50 Prozent der Aufgaben von Junior-Anwälten übernehmen - dadurch sind immer mehr Anwaltsjobs gefährdet. Sogenannte Legal Technology ermöglich mittels Software die Digitalisierung und Automatisierung von Arbeitsabläufen, wie das automatisierte Auswerten von Vertragswerken, das Management von Fällen und Back-Office-Arbeiten. Kanzleien in Deutschland nutzen Legal Technology noch kaum, zudem bieten wenige Start-ups in Deutschland spezielle Software Lösungen an.

Zu dem Ergebnis kommt das Bucerius Center on the Legal Profession (Bucerius CLP) gemeinsam mit der Boston Consulting Group in der Studie "How Legal Technology Will Change the Business of Law". Es wurden 50 Interviews mit Partnern von Großkanzleien geführt, darunter die neun größten Kanzleien Deutschlands nach Umsatz, die etwa 13 Prozent des gesamten Umsatzes von Rechtsanwaltskanzleien ausmachen. Zusätzlich wurden Besitzer und Vertreter von Legal-Tech-Unternehmen über die Auswirkungen von Legal Technology auf die Geschäftsmodelle von Kanzleien befragt.

"Große und kleine Anwaltskanzleien können es sich nicht länger leisten, Legal Technology zu ignorieren, wenn sie weiter wettbewerbsfähig bleiben wollen", sagt Dr. Christian Veith, BCG Senior Partner und einer der Autoren der Studie. Auch Markus Hartung, Direktor des Bucerius CLP ist davon überzeugt, dass Kanzleien gezwungen sind, ihre bisherigen Geschäftsmodelle zu überdenken. "In Zukunft wird der Beruf des Juristen zunehmend Projektmanager und Spezialisten erfordern, die mit Legal Technology arbeiten können", so Hartung.

Den Legal Tech Report "How Legal Technology Will Change the Business of Law" finden Sie hier.

Bücher

Why the developments to the competence divide (and not the digital divide) will make or break the law firm business model

Die neueste Publikation der ARK Group, New Directions in Legal Services, zeigt, wie schnell sich der Rechtsmarkt gerade anpasst und tatsächlich auch innovativ wird, um sich den Herausforderungen durch neue Technologien und andere Markttrends zu stellen. In ihrem Einstiegskapitel „Why the developments to the competence divide (and not the digital divide) will make or break the law firm business model“ prüfen Markus Hartung (Direktor, Bucerius CLP) und Emma Ziercke (Research Assistant, Bucerius CLP), ob Legal Tech die Kanzleien dazu gebracht hat, ihr Geschäftsmodell zu überarbeiten oder ob hier andere, etwas subtilere Kräfte wirken.

In ihrer 2016  in Zusammenarbeit mit der Boston Consulting Group erstellten Studie „How Legal Technology will Change the Business of Law“ (LINK), zeigte die Bucerius Law School auf, dass Legal Tech-Lösungen 30-50% der Arbeit ausführen könnten, die derzeit von jungen Anwälten erledigt wird; die Kanzleien müssten Schlüsselelemente ihrer Geschäftsmodelle neu definieren, um in der neuen Legal Tech-Welt erfolgreich zu sein. Jetzt, ein Jahr später untersucht das Bucerius Center on the Legal Profession, ob Legal Tech die Kanzleien wirklich dazu bewegt hat, ihre Geschäftsmodelle zu überarbeiten. Haben sich ihre Serviceangebote verändert? Ändern sich Einkommensmodelle und organisatorische Strukturen? Und wie dienen diese Änderungen dem Modell?

Eine Kopie des Kapitels „Why the developments to the competence divide (and not the digital divide) will make or break the law firm business model“ kann mit freundlicher Genehmigung von der ARK Group hier heruntergeladen werden. Das Buch New Directions in Legal Services ist auf der Seite der ARK Group erhältlich und enthält Beiträge von zahlreichen Experten, darunter Joanna Goodman, die auch auf der diesjährigen Herbsttagung des Bucerius CLP sprechen wird.

Weitere Studien

Dafür nehmen wir uns einen Anwalt - Erwartungen von Unternehmen an externe Anwälte im Konfliktmanagement (PDF)

Click4Legal

Partnerwerdung in Kanzleien: Im Spannungsfeld von Transparenz und strategischen Erwägungen (PDF)