News & Termine

18.09.2019

Ist Personalentwicklung nur etwas für Großkanzleien?

Bucerius Executive Education unterstützt die Hamburger Full Service Boutique Kanzlei NEUWERK

Dass Personalentwicklungskonzepte nicht nur etwas für Großkanzleien mit vielen Berufsträgern und einem großen Weiterbildungsbudget sind, beweist die Bucerius Executive Education mit ihrem maßgeschneiderten Weiterbildungskonzept für die Hamburger Full Service Boutique Kanzlei NEUWERK.

Das Bucerius Center on the Legal Profession sprach mit Dr. Sebastian Naber, einem der Gründungspartner von NEUWERK, über den Schritt zur Kanzleigründung, überstrategische Personalentwicklung und darüber, was der Markt schon immer über NEUWERK wissen wollte.

Warum haben Sie eine eigene Kanzlei gegründet und wie kam es dazu – gab es einen Schlüsselmoment?

Dr. Sebastian Naber:
„Ich wollte es eigentlich schon immer und habe bereits als ich mit dem Referendariat fertig war, überlegt, ob ich mich selbstständig mache. Ich kam dann aber zu dem Schluss, dass es vielleicht besser sei, wenn ich erstmal unter professioneller Anleitung erste Arbeitserfahrung sammle. Ich habe es aber nie aus dem Hinterkopf verloren und während meiner Zeit in einer Großkanzlei habe ich mir darüber Gedanken gemacht, ob ich das mein Leben lang machen möchte. Ich kam dann für mich zu dem Ergebnis, nachdem ich auch mit Kollegen darüber diskutiert habe, die ähnlich weit in der Karriere waren, dass es eigentlich eine gute Idee sei, sich zusammen selbständig zu machen. Das war also kein Schlüsselmoment, sondern ein Prozess, beziehungsweise ein Gedanke, der immer wieder aufflackerte und sich irgendwann zu einem Feuer entzündete.“

Woher kam der Impuls, die Mitarbeiter mit einen auf Sie maßgeschneiderten Personalentwicklungskonzept weiterzubilden?

Dr. Sebastian Naber: „Der Impuls kam daher, dass wir fast alle aus einer großen Kanzlei kommen, wo Weiterbildung von hoher Bedeutung war und wo die Mitarbeiter auch hingegangen sind. Dort habe ich für mich persönlich mitgenommen, dass eine gute Weiterbildung viel mehr wert ist als Gehalt oder Prestige, weil es etwas Langfristiges, Nachhaltiges ist, von dem man im Idealfall sein ganzes Berufsleben profitiert.“

Haben Sie das Gefühl, dass bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von NEUWERK bestimmte Themen im Vordergrund stehen? Oder soll das Weiterbildungsprogramm sich an die Kanzlei anpassen?

Dr. Sebastian Naber: „Das Weiterbildungsprogramm sollte schon maßgeschneidert sein. Deshalb haben wir uns für die Bucerius Executive Education entschieden: Die Programme und Formate passen sich ideal den Wünschen unserer Kanzlei an. Dort wird von juristischen Themen, Wirtschafts-, Management & Leadership-Themen, über Business Development bis zu Softskill Themen alles angeboten. Zudem ist die Kombination aus Inhouse-Seminaren und offenen Programmen ideal. So bleiben wir flexibel.
Es gibt ein paar Aspekte, in der wir uns von einer großen Kanzlei unterscheiden, bspw. haben wir früher und auch intensiver Kontakt zu den Mandaten. Das heißt, dass die Frage der Mandantenkommunikation einerseits vielleicht noch früher oder intensiver geführt werden muss, als in einer großen Kanzlei. Daher bieten wir das Thema bei unseren Berufsträgern früher an. Ich glaube, dass die Bucerius Executive Education für jede Kanzlei und Rechtsabteilung über ein ideales, maßgeschneidertes bzw. individuelles Konzept verfügt.“

Wieso haben Sie sich die Bucerius Executive Education als Weiterbildungspartner ausgesucht? Hat dies damit zu tun, dass Sie an der Bucerius Law School studiert haben?

Dr. Sebastian Naber:
„Nein, ehrlich gesagt, überhaupt nicht. Bei aller Liebe zur Bucerius Law School, ich würde sagen, das ist überhaupt kein Argument gewesen. Es geht uns wirklich schlichtweg darum, wo wir das Angebot bekommen, welches wir benötigen. Solch ein breites Angebot in Modulform gibt es nirgendwo anders, muss man ehrlicherweise sagen. Zudem sind die Angebote der Bucerius Executive Education speziell für den Rechtsmarkt konzipiert.“

Was erhoffen Sie sich von einem maßgeschneiderten Programm?

Dr. Sebastian Naber: „Ich glaube, dass es zu jedem modernen Arbeitgeber dazugehört, dass man Weiterbildungsangebote ermöglicht. Damit begeistert man viele potentielle Bewerber überhaupt erst, zu einem zu kommen und diese haben dann auch ein langfristiges Interesse daran,  bei uns zu bleiben. Umgekehrt haben wir auch ein Interesse, dass die Kollegen, die wir einstellen, langfristig bei uns bleiben. Da das Programm aber nicht nur für Associates ist, sondern für alle Anwaltskarrierestufen (inkl. Partner) gilt, profitieren alle davon.“

Ihr Ziel ist es somit, dass auch Partner an den Programmen teilnehmen?


Dr. Sebastian Naber:
„Ja, unbedingt. Es ist wahrscheinlich so, dass ein typischer Partner nach fünf Jahren Partnerschaft sich eher für andere Schwerpunktthemen interessiert als ein angestellter Anwalt im ersten Jahr. Das geben aber die Module ohne weiteres her. Und wir möchten mit jemandem zusammenarbeiten, der eine große Bandbreite abdecken kann.“

Welche Punkte stehen in Zukunft auf der Agenda von NEUWERK?

Dr. Sebastian Naber:
„Wir sind stark gewachsen in den letzten dreieinhalb Jahren und zwar von fünf Gründungspartnern auf ungefähr 16 Berufsträger bzw., wenn wir alle Studenten, Praktikanten, Referendare, Sekretariatsmitarbeiter mitzählen, kommen wir auf fast 50 Mitarbeiter. Wir möchten daher noch stärker an Strukturen, Prozessen und Zuständigkeiten arbeiten. Außerdem möchten wir Zuständigkeiten für die nicht-anwaltliche Themen schaffen bspw. in Form von Teams. Bei einigen haben wir bereits angefangen das umzusetzen. Aber im Marketing und Business Development gibt es sicherlich noch Luft nach oben, um die Strukturen noch zu schärfen. Des Weiteren führen wir gerade ein transparentes Karrierestufensystem ein, damit unsere Anwälte auch eine klare Perspektive haben und wissen, nach wie viel Jahren man zum Beispiel Senior Associate wird. Dies verknüpfen wir mit dem Weiterbildungsprogramm. Außerdem wollen wir weniger in einzelnen Rechtsbereichen denken, wie Arbeitsrecht, Wirtschaftsstrafrecht oder Immobilienwirtschaftsrecht und stärker in Produktgruppen. Also beispielsweise in Transactions oder in Compliance. Ebenfalls haben wir damit begonnen, noch stärker internationale Netzwerke aufzubauen zu einzelnen Ländern oder einzelnen Kanzleien, mit denen wir im Ausland zusammenarbeiten.“

Was wollte der Markt schon immer über NEUWERK wissen?

Dr. Sebastian Naber: „Die Frage ist, was der Markt schon weiß. Aber wir sind eine „Full Service Boutique Kanzlei.“

Wir danken Herrn Dr. Naber ganz herzlich für das Gespräch und freuen uns auf die gemeinsame, zukünftige Zusammenarbeit.

Verena Dawid